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Ex-Profi-Triathletin Wenke Kujala im Interview

Wenke Kujala ist Sportliche Leiterin des Team Erdinger Alkoholfrei und unterstützt als Personal Coach, Trainerin und Leiterin von Trainingscamps Anfänger und Fortgeschrittene bei der Erreichung ihrer sportlichen und/oder gesundheitlichen Ziele. In ihrer aktiven Zeit als Profi zählte Wenke zu den erfolgreichsten deutschen Triathletinnen und wurde unter anderem im Jahr 2006 Deutsche Meisterin auf der Langstrecke. Die zweifache Mutter lebt in Hilpoltstein im Kreis Roth. 

Ex-Profi Wenke Kujala kann im Trainingslager auf Schwimmmöglichkeiten und heiße Duschen nicht verzichten.
Ex-Profi Wenke Kujala: Das Angebot für Triathleten mit Familie ist in den Hotels noch nicht zufriedenstellend.

Wenke, nach welchen Kriterien suchst du ein Triathlonhotel bzw. Resort für dich bzw. deine Athleten aus?

Das kommt ganz auf die individuellen Bedürfnisse an. Wenn ich für die von mir gecoachten Athleten ein Hotel suche, dann achte ich vor allem auf gute Trainingsbedingungen (Schwimmbahnen, Kraftraum, gern Laufbahn, abwechslungsreiches Terrain und wenig Verkehr). Dazu sollte natürlich auch die Verpflegung passen. Bei den Zimmern ist es vorteilhaft, wenn sie eine kleine Kochmöglichkeit oder zumindest einen Kühlschrank haben. Habe ich Paare mit Kindern dabei, sollte natürlich auch das Angebot für Kinder dementsprechend vorhanden sein. Auch das Internet sollte zuverlässig funktionieren.

Was ist das beste Triathlonhotel, das du kennst und warum?

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe guter Hotels. Leider habe ich mir noch nicht alle ansehen können. Zu meinen Favoriten zählt auf alle Fälle der Club La Santa in Lanzarote. Ich finde die Bedingungen dort wirklich sensationell gut: drei sehr gut geheizte 50-Meter-Becken, ein super ausgestatteter Kraftraum, ein Leichtathletikstadion, eine ruhige Lage und somit abwechslungsreiche Strecken auch zum Laufen, die Lagune zum Freiwassertraining und vieles mehr. Der Club hat vor einigen Jahren alle Zimmer von Grund auf renoviert und modernisiert. Auch das Internet funktioniert zuverlässig.

Welche zwei weiteren Hotels findest du gut?

Das Las Playitas auf Fuerteventura und das Hotel Mohrenwirt in Österreich.

Wie sieht das perfekte Triathlonhotel aus, über welche Ausstattung muss es idealerweise verfügen und wo  liegt es?

Das empfinde ich ganz individuell. Auf alle Fälle sollten in meinen Augen die Schwimmbedingungen stimmen, denn gerade dies ist für viele Athleten ein Knackpunkt im alltäglichen Training. Im Winter finde ich die Kanaren ideal. Verlässliches Wetter, keine Zeitumstellung, unkomplizierte Anreise. Hat man mehr Zeit, bietet sich natürlich auch Thailand oder Südafrika an. Von April bis September bin ich der Meinung, dass man wunderbar in Deutschland oder Österreich trainieren kann.

Worauf kannst du bei einem Triathlonhotel auf keinen Fall verzichten?

Auf eine Schwimmmöglichkeit und auf heisse Duschen.

Welche Rolle spielen für dich Kriterien wie ruhiges Zimmer, gute Betten, leckeres und sportgerechtes Essen etc.?

Essen, Betten, ruhige Zimmer etc. sind wichtig und beeinflussen oftmals auch die Stimmung im Camp. Wenn man schlecht schläft und nichts Sportlergerechtes zu essen bekommt, dann kann man auch im Training keine Leistung abrufen.

Und wie sieht es bei diesen Kriterien in der Praxis aus? Machen die Hotels da einen guten Job?

Ich finde in den meisten Fällen schon. Bemüht sind die, die ich kenne, allesamt darum. Allerdings muss man natürlich zugestehen, dass es hier schon Unterschiede gibt. In einigen Hotels gibt es z. B. die ruhigeren Zimmer nur gegen Aufpreis.

Wie lautet deine Empfehlung: Das eigene Rad mit ins Trainingslager nehmen oder ist es okay, vor Ort eins zu mieten? Welche Erfahrungen hast du mit Mieträdern gemacht bzw. worauf muss man achten?

Da kommt es auch drauf an, wo ich hingehe. Viele Triathlonhotels bieten mittlerweile erstklassige Räder zum leihen an. Allerdings sollte man sich hier im Vorfeld auf alle Fälle drüber erkundigen und unbedingt das Wunschrad rechtzeitig reservieren. Gerade bei kürzeren Aufenthalten bietet es sich an, ein Rad vor Ort zu mieten. Gehe ich für mindestens zwei Wochen und/oder weiß unter Umständen sogar, dass ich Probleme mit einer anderen Sitzposition habe, dann kann ich auch gut mein eigenes Rad mitnehmen. Als Alternative empfehle ich, die Sattelstütze samt Sattel mitzunehmen und auf das Leihrad zu montieren.

Über was ärgerst du dich in den Hotels am meisten bzw. am häufigsten?

Ich ärgere mich im Hotel eigentlich sehr selten. Aber schlechten/unfreundlichen Service und mangelnde Hygiene kann ich nicht leiden. Glücklicherweise habe ich damit bisher nur selten schlechte Erfahrungen gemacht. Für meine Arbeit ist ein stabiler Internetzugang notwendig. Funktioniert dieser nicht, ärgert es mich natürlich schon etwas.

Was sollten die Hotelmanager besser machen?

Ich würde mir wünschen, dass sie mehr versuchen, sich in die Sportler hinein zu versetzen. Serviceleistungen wie Trinkwasser zur Begrüßung (z.B. auf den Kanaren) fände ich schon sehr nett und aufmerksam. So kann man erst einmal in Ruhe ankommen und muss nicht sofort in den Supermarkt, um einkaufen zu gehen. Auch das Angebot für Familien ( in denen beide Partner trainieren möchten) finde ich zum Teil verbesserungswürdig.

Danke für das Interview, Wenke.

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