Mohrenwirt / Fuschl am See

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Traumhafte Bedingungen für das Radtraining direkt von der Tür des Hotels Mohrenwirt aus. (Foto: Erwin Haiden, bikeboard.at)

Bei Triathleten und Radsportlern ist das Hotel Mohrenwirt in Fuschl am See in der Nähe von Salzburg sehr beliebt. Sowohl 2015 als auch  2016 ist der Mohrenwirt von einer hochkarätigen Jury aus Triathleten, Medienvertretern und Triathlon-Branchenvertretern zu einem der besten Triathlonhotels in Europa gewählt worden.

Geschwommen wird im nur wenige Gehminuten entfernten Fuschlseebad, wo in den Sommermonaten täglich von 8:00-10:00 Uhr zwei Schwimmbahnen im beheizten Außenbecken für die Hotelgäste reserviert sind. Das Hotel verfügt über einen Radkeller und eine eigene Bike-Station (Canyon-Bikes). Das Salzburger Land lädt zum Rad fahren ein, Laufstrecken gibt es rund um den Fuschlsee.

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Geschwommen wird entweder im Fuschlsee… (Foto: Hotel Mohrenwirt)

Hotelchef Jakob Schmidlechner selbst ist begeisterter Triathlet und Ausdauersportler. Wir haben uns mit ihm über das Konzept und die Philosophie seines “Mohrenwirts” unterhalten.

Herr Schmidlechner, der Mohrenwirt ist zum zweiten Mal zu einem der besten Triathlonhotels in Europa gewählt worden. Was macht den Mohrenwirt bei Triathleten so beliebt?

Jacob Schmidlechner: Ich glaube, in erster Linie die Kombination aus traditioneller österreichischer Gastlichkeit und einer großen Leidenschaft für das Thema Triathlon. Und dies in einer der schönsten Gegenden Europas. Wir haben alles vor der Haustür: Wir haben traumhaft schöne Seen mit Trinkwasserqualität, wir haben die Kulturstadt Salzburg daneben, wir haben Bad Ischl, wir haben viele Sehenswürdigkeiten. Also man kann bei uns ganz normal Urlaub machen und man kann darüber hinaus den Triathlonsport in einer wunderschönen Landschaft betreiben und genießen.

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… oder direkt nebenan im Fuschlseebad. (Foto: Hotel Mohrenwirt)

Dass der Mohrenwirt über kein eigenes Schwimmbecken verfügt, ist kein Manko?

Nein, das ist überhaupt kein Manko, weil wir mit dem Fuschlseebad eine perfekte Lösung fürs Hotel haben. Das Bad liegt 200 Meter von uns entfernt, eine wunderschöne Anlage direkt am See. Wir haben dort vier 25-Meter-Bahnen, die sich im Abstand von zehn Meter zum See befinden und von Ende April bis Ende Oktober garantiert beheizt sind. Hier haben wir exklusiv für unsere Hotelgäste am Vormittag die Schwimmbahnen reserviert. Zudem haben wir das schönste Freiwasserbecken der Welt, den Fuschlsee, wo wir spätestens ab Ende Mai, Anfang Juni bei einer Wassertemperatur von bis zu 24 Grad die besten Bedingungen haben. Viele von unseren Gästen machen ihr Techniktraining im Becken und hüpfen dann gleich rüber in den See. Wir haben hier als Service und Orientierung für unsere Athleten eine Boje bei 500 Meter gesetzt, so das man hier optimal trainieren kann.

Die meisten der Top-Triathlonhotels in Europa sind entweder auf den kanarischen Inseln oder auf Mallorca und haben somit einen natürlichen Standortvorteil Ihnen gegenüber, was die Wetterbedingungen betrifft. Wie sieht es im Winter aus? Kann man als Triathlet auch im Winter im Hotel Mohrenwirt trainieren?

Grundsätzlich ja. Das Manko, das wir im Winter noch haben, ist, dass wir in unmittelbarer Nähe keine Schwimmmöglichkeit haben. Daran arbeiten wir aber. Die alternativen Trainingsmöglichkeiten für Triathleten sind allerdings vorhanden. Man kann Langlaufen, man kann Skitouren gehen, verschiedene andere Ausdauersportarten ausüben.

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Wunderschöne Strecken rund um den See laden zum Lauftraining ein. (Foto: Hotel Mohrenwirt)

Sie führen das Hotel ja bereits in der vierten Generation. Erst vor wenigen Jahren haben Sie das Hotel als Rennrad- und Triathlonhotel neu positioniert. Was war der Hintergedanke und hat sich diese Neuerfindung auch geschäftlich ausgezahlt?

Das Hotel ist in der Tat seit 1846 in unserem Familienbesitz, meine Frau und ich führen das Haus nun seit rund 18 Jahren. Wir waren immer auf der Suche nach einem Thema fürs Hotel. Ich bin ja seit Jahren ein passionierter Rennradfahrer und ein Schlüsselerlebnis war für mich die erstmalige Teilnahme an der Eddy-Merckx-Classic 2008. Dieses Jedermann-Radrennen fand 2015 mit Start und Ziel übrigens erstmalig hier in Fuschl am See statt und Eddy Merckx persönlich war auch dabei.

Damals jedenfalls ist mir bewusst geworden, wie viele Radfahrer es hier gibt und wie ideal unsere Gegend zum Radfahren geeignet ist, und da kam mir der Gedanke, dass wir daraus doch was machen sollten. Ich gebe zu, dass anfänglich auch ein bisschen mein Hintergedanke war, dass ich selber eine gute Ausrede habe, öfter mal aufs Rennrad zu steigen, wenn wir uns als Rennradhotel positionieren. Das war der Anfang des Ganzen.

Ein Jahr später habe ich meinen ersten Triathlon gemacht und ich hatte da die gleiche Entdeckung gemacht wie ein Jahr zuvor bei der Eddy-Merckx-Classic, nämlich dass wir für diesen Sport im Paradies leben.

2009 haben wir dann begonnen, die Idee vom Rennrad- und Triathlonhotel in die Tat umzusetzen. Hat es sich für uns bezahlt gemacht? Ja, auf jeden Fall! Wir hatten eine Nische entdeckt, die noch nicht besetzt war und die auch nach wie vor im Alpenraum nicht besetzt ist. Wir haben da immer noch ein Alleinstellungsmerkmal. Wir konnten seither unsere Übernachtungszahlen steigern, auch die Wertschöpfung. Es hat sich also auch wirtschaftlich gerechnet. Für uns als Unternehmen ist es wichtig, dass wir die Preise, die wir brauchen, um wirtschaftlich arbeiten zu können, auch am Markt durchsetzen können. Das haben wir erreicht.

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“Wir leben Triathlon”, sagt Hotelchef Jakob Schmidlechner. Das merkt man auch an Kleinigkeiten, zum Beispiel sind Räder im Hotel kein Problem… (Foto: Hotel Mohrenwirt)

Also im Rückspiegel betrachtet, war es absolut die richtige Entscheidung?

Absolut die richtige Entscheidung, die uns in vielerlei Hinsicht weitergebracht hat, nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch in Bezug auf die Motivation der gesamten Mannschaft. Es fällt uns seitdem leichter, Mitarbeiter zu bekommen und gute Mitarbeiter zu halten. Also viele Faktoren haben sich positiv entwickelt, an die wir anfänglich gar nicht gedacht hatten.

Machen denn nur Sportler und ihre Familien bei Ihnen Urlaub oder gibt es auch „normale“ Gäste?

Es gibt natürlich auch normale Gäste. Die meisten unserer Gäste sind eine Familie oder eine Partnerschaft, in der nur einer den Sport betreibt bzw. in der nicht alle Sportler sind. Auch die Nicht-Sportler sind bei uns gut aufgehoben. Der Athlet, ob Hobby- oder Profisportler, kann bei uns sein Training absolvieren und sein Partner oder seine Familie kann wunderschöne Urlaubstage bei uns verbringen. Schließlich haben wir mit unserer Lage mitten in Fuschl am See eine schöne Urlaubsdestination mit ganz vielen Möglichkeiten. Nichts gegen die kanarischen Inseln oder die Balearen, aber wenn ich mit meiner Frau im März nach Mallorca fliege zum Rad fahren, dann weiß sie nicht wirklich, was sie dort machen soll. Dagegen wird der Familie hier bei uns am Fuschlsee nicht langweilig, denn sie fährt in eine existierende Urlaubsdestination.

Was bietet der Mohrenwirt den Triathleten über die gute Infrastruktur hinaus an?

Ich glaube, unser größtes Unterscheidungsmerkmal besteht darin, dass der Sport und hier insbesondere der Rennrad- und Triathlonsport bei uns im Vordergrund steht und sozusagen unser Markenkern ist. Alle unsere Mitarbeiter, ob sie Triathleten sind oder nicht, sind mit dem Thema vertraut. Schon beim Einchecken bekommt der Sportler oder Gast ein Starterpaket in die Hand gedrückt, bestehend aus einem Wäschesack, einer Trinkflasche, einem Energiepaket, einem Handybag, einer FAQ-Liste mit den wichtigsten Fragen und Antworten drin. Damit merkt der Gast schon beim Check-in, dass Sport in diesem Haus einen zentralen Stellenwert hat. Und das zieht sich durch vom Frühstück bis zum Abendessen. Wir versuchen auch immer wieder, Partnerschaften mit Firmen einzugehen, um unseren Gästen neue Produkte vorzustellen, um Testprodukte zur Verfügung zu stellen. Der Gast spürt kurz gesagt von früh bis spät, dass das Thema Sport bei uns gelebt wird und er als Sportler willkommen ist.

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… und auch für die ordnungsgemäße Aufbewahrung des Helmes ist gesorgt. (Foto: Hotel Mohrenwirt)

Ich habe gesehen, dass es im Mohrenwirt immer auch wieder Trainingswochen mit bekannten Triathleten gibt.

Das gehört bei uns mit zum Programm. Wir selber bieten die eine oder andere Veranstaltung an. Es kommen aber auch immer mehr Anbieter von Trainingscamps auf uns zu mit der Frage, ob sie nicht bei uns etwas machen können. Oft waren diese selbst irgendwann mal bei uns als Gast und haben festgestellt , dass wir hier eine gute Infrastruktur haben. Von da an war es nur noch ein kleiner Schritt zu der Entscheidung, hier bei uns ein Camp zu organisieren und anzubieten.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten sehen Sie für den Mohrenwirt noch? Welche Vision haben Sie für Ihr Haus?

Wenn ich fünf bis sechs  Jahre zurückschaue, ist unsere Vision eigentlich schon mehr als erreicht. Aber es geht weiter, wir haben noch viel vor. Wir möchten den Anteil der Sportgäste in den kommenden Jahren noch einmal deutlich steigern. Hier spielt sicher auch das Thema Schwimmmöglichkeit im Winter eine Rolle. Das würde uns ein ganzes Stück weiterbringen, allerdings können wir dieses Thema nicht allein stemmen. Darüber hinaus wollen wir uns noch professioneller aufstellen und auch das Angebot ausweiten. Leistungsdiagnostik ist zum Beispiel ein Thema, welches wir derzeit zusammen mit einem Partner intensiv diskutieren.

Hier ein kurzes Imagevideo für den ersten Eindruck:

Klassifizierung nach dem Bewertungssystem von mein-triathlonhotel.de: 3 Punkte

Homepage: www.mohrenwirt.at