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Cesenatico, das Eldorado für Rennradsportler (inkl. Hotelempfehlung)

Wer als Deutscher mit dem Rennrad in Italien unterwegs ist, dem fallen einige Dinge auf. Vieles ist anders als hierzulande, manches schlechter, das meiste aber ist besser. Um mit dem Negativen anzufangen: Schlechter sind vor allem die Straßen oder, genauer gesagt, der Straßenbelag. Davon konnte ich mich vor kurzem bei einem Besuch in Cesenatico an der Adriaküste wieder einmal überzeugen. Vor allem viele Nebenstraßen sind wegen des völlig maroden Belags kaum noch befahrbar. Aber auch auf den viel befahrenen Verkehrsadern empfiehlt es sich, die Augen immer ein paar Meter vor dem Vorderrad zu halten, damit man Schlaglöchern, Rissen in der Fahrbahndecke und Dellen ausweichen kann. Aber: Es gibt auch sehr gut befahrbare Straßen mit ausgezeichnetem Belag und wenig Verkehr, die man nur eben entdecken oder sich zeigen lassen muss.

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Das hügelige Hinterland von Cesenatico ist ein Traum für Radsportler.

Das war´s aber auch schon mit dem Gemecker. Ansonsten ist Italien ein wunderbares Land für Rennradfahrer. Zum Beispiel bin ich auf meinen ganzen Fahrten von den Autofahrern kein einziges Mal angehupt worden. In Deutschland ist das ja durchaus anders. Der Italiener, zumindest der in den Radsportregionen wie eben Cesenatico, fährt zum großen Teil selbst Rennrad und käme daher nicht im Traum auf den Gedanken, einen „Kollegen“ auf dem Rennrad anzuhupen. Es sei denn, dieser stellt sich gar zu blöd an. Dafür neigt der Italiener durchaus dazu, den in Deutschland vorgeschrieben Abstand von 1,5 Metern zwischen seinem Kraftfahrzeug und dem Fahrrad komplett zu ignorieren. 15 Zentimeter sind da schon realistischer. Also immer schön aufpassen, vor allem bei starkem Verkehrsaufkommen!

Wenn man mit seinem Rennrad die Hügel im Hinterland von Cesenatico hochschnauft und sich verflucht, weil man mit klassisch 53/39 vorne und maximal 25 Zähnen hinten unterwegs ist, trifft man jede Menge Radsportler. Am Wochenende sehr, sehr viele Italiener, die man in der Regel an ihren farbenfrohen Trikots (orange, rosa und knallgrün sind gerade besonders hipp) und den gut gebräunten Armen und Beinen erkennt. Keinesfall nur dürre und austrainierte Hochleistungssportler, sondern alles, was sich aufrecht auf dem Sattel halten kann: jung, alt, dick, dünn, groß, klein. Ja, Italien ist wirklich ein Land des Radsports. Aber eins fällt auf: Alles Männer, auf den Rennmaschinen strampeln  fast ausschließlich Männer. Klingt komisch, ist aber so. Und während der deutsche Urlauber den nächsten Berg in Angriff nimmt, fragt er sich, welchen Sport die italienischen Frauen eigentlich betreiben.

Ausgangspunkt für meine Touren im Hinterland von Cesenatico, dort also, wo einst Marco Pantani mit seinen Amigos die Gegend unsicher gemacht hat, war das Hotel Beau Soleil in Cesenaticos Ortsteil Zadina. Dieses Hotel hatte ich entdeckt, als ich mich vor mehr als zehn Jahren für meinen ersten (und bisher einzigen) Langdistanztriathlon vorbereitet hatte. Das Hotel ist vor allem für Triathleten und Triathleten mit Kindern eine wärmste Empfehlung. Über das Radfahren habe ich ja schon gesprochen. Absolut klasse ist der 25-Meter-Pool, der während der gesamten Saison beheizt ist und bei dem mindestens immer zwei Bahnen für Schwimmer abgetrennt sind. Man kann auch hineinspringen, wann man will und muss nicht vorher reservieren oder gar gesondert bezahlen, wie dies in anderen Hotels durchaus üblich ist. Wer will, kann auch eine schöne Freiwassereinheit im Mittelmeer machen. Vom Hotel aus sind es keine 50 Meter bis zum Strand.

Auch Laufen macht hier Spaß. Direkt vom Hotel aus erstreckt sich ein etwa vier Kilometer langer Weg durch einen Pinienwald. Das Gefühl von Einsamkeit kommt hier kaum auf, vor allem in den Morgenstunden sind hier viele Läufer und Läuferinnen unterwegs.

Begeistert bin ich auch vom Essen, welches das Hotel Beau Soleil bietet. Reichlich, gesund, abwechslungsreich und – vor allem – immer lecker. Für die Kinder ist den ganzen Tag was los. Morgens gibt es eine Kinderbetreuung am Strand und nachmittags am Pool. Nach dem Abendessen geht beim „Baby Dance“ die Post ab. Toll! Dafür ist es natürlich auch ein bisschen lauter. Vor elf Uhr braucht man nicht ins Bett zu gehen und Ohrenstöpsel sollte man auf jeden Fall mit im Gepäck haben. An die Geräuschkulisse hat man sich aber nach ein paar Tagen gewöhnt. Die Angestellten im Hotel sind unglaublich freundlich und auch die beiden Hotelchefs Andrea und Steffania, die übrigens hervorragend deutsch sprechen, sind sehr nett und zuvorkommend.

Wann sehen wir uns im Hotel Beau Soleil in Cesenatico?

Damian Sicking

Mehr zum Hotel Beau Soleil finden Sie hier: mein-triathlonhotel.de/hotel-beau-soleil-cesenatico/